Bio-Garten Flechtdorf GmbH

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"Eine ganz spannende Sache"

28.02.2007 | WLZ-FZ : Bio-Garten Flechtdorf arbeitet mit effektiven Mikroorganismen

Gärtnermeister Jürgen Orth stellt aus der Urlösung mit EM ein Gemisch her. Von Marianne Dämmer

Diemelsee-Flechtdorf. Der „Biogarten“ kultiviert nach den Grundsätzen des organisch-biologischen Landbaus (Bioland) Gemüse, Kräuter und Zierpflanzen - ein Teil davon seit vier Jahren unter dem kritisch-wissenschaftlichen Auge von Dr. Echim auch mit der Technologie
der Effektiven Mikroorganismen (EM).
„Die EM-Urlösung ist ein Mischcocktail aus ausgesuchten nützlichen,
effektiven Mikroorganismen“, erklärt Dr. Leopold Echim, der beim
Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) in Kassel im
Fachinformationsdienst für Erwerbsgarten- und Gemüsebau berät und
forscht. Er stieß bereits 1992 auf die effektiven Mikroorganismen, als
ein Kollege ihm eine Portion aus Österreich zukommen ließ. Neugierig
geworden, startete er erste Anbauversuche in der damaligen
Versuchsanstalt in Ober­zwehren.
Seit dem Jahr 2003 überwacht und
analysiert er auch die wissenschaftlichen Versuche, die im „Biogarten“
Flechtdorf mit effektiven Mikroorganismen gemacht werden.

Die EM-Urlösung wird unter bestimmten Bedingungen auf Zuckerrohr
vermehrt, mit Wasser verdünnt - und dann, je nachdem für welchen Zweck es eingesetzt wird, abermals um ein
Vielfaches verdünnt.
Die Mitarbeiter des „Biogartens“ gießen die für die Versuche ausgesuchten Bodenflächen und die Pflanzen regelmäßig mit der Substanz, „impfen“ den Boden
sozusagen damit.
„Wir haben festgestellt, dass sich durch die EM-Impfungen die Erde verändert hat und die Nährstoffe im Boden für die Pflanzen besser verfügbar werden. Bei Tomaten und Gurken haben wir 18 bis 20 Prozent mehr Ertrag erzielt“, erklärt Wilhelm Keller, Geschäftsführer beim „Biogarten“ in Flechtdorf.
„EM-Anwender aus Weißrussland berichteten mir
sogar über eine Ertragssteigerung von 300 Prozent“, erklärt Dr. Echim.
„Doch dazu ist zu sagen: Je schlechter der Boden vorher war, desto
größer ist die Ertragssteigerung beim Einsatz der EM-Technologie. Ist
der Boden jedoch nach zwei bis drei Jahren gesund, bleibt der Ertrag
durch die Nutzung von EM auf einem hohen Niveau, steigt aber nicht weiter.“
Doch außer höheren Erträgen gibt es weitere Veränderungen durch den
Einsatz der EM-Technologie. „Die Pflanzen sind widerstandkräftiger gegen Pilzkrankheiten, wachsen kompakter und der Geschmack wurde erheblich verbessert.
Wir sprechen von einer Veredelung der Produkte“, fasst Wilhelm Keller die Erkenntnisse aus den Versuchen der vergangenen Jahre
zusammen.
Während der kompakte Wuchs bei den Weihnachtssternen „nicht ganz auf die Vorstellungen der Kunden“ traf, soll EM nun bei Hängegeranien eingesetzt werden, damit die Triebe kompakter wachsen und nicht so schnell brechen.
„So kommt ein Baustein auf den anderen - das ist eine ganz spannende Sache“, sagt Keller. EM ist kein Düngemittel im herkömmlichen Sinne, kein Pestizid, es enthält keine chemisch-synthetischen Stoffe und ist nicht genmanipuliert. Die Mikroorganismen, die in der EM-Urlösung zusammengefügt werden, lassen sich weltweit in natürlicher Umgebung nachweisen.
„Sie können zusammen in gemischten Kulturen existieren und sind miteinander sozusagen kompatibel. In natürlicher Umgebung
vervielfältigen sich ihre einzelnen nützlichen Wirkungen untereinander
beträchtlich“, erklärt Keller, was auch als syner­getischer Effekt bezeichnet werden könnte. Der natürliche Prozess, der dadurch ausgelöst wird, kann möglichen Krankheiten und Schädlingen der Pflanze im Vorfeld die Lebensgrundlage entziehen.

Derzeit ist der Biogarten dabei, auch einen Kompost unter der
EM-Prämisse herzustellen - Bokashi (Allerlei) nennt sich das organische
Material, das mit effektiven Mikroorganismen unter Luftabschluss
fermentiert wird und ebenfalls ein positive Wirkung auf die
Bodenverhältnisse haben soll. Auch der Einsatz von Keramikpulver, in das die Informationen von Effektiven Mikroorganismen eingebrannt ist, soll untersucht werden, erklärt Dr. Echim, der inzwischen an die Wirkung von EM glaubt: „Die Ergebnisse haben mich überzeugt“, sagt er klar. EM wird auch in der Landwirtschaft eingesetzt, im Haushalt,
in Kläranlagen, Teichen, Seen und Schwimmbädern, spricht Wilhelm
Keller ein weites Feld an.

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